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Sechs Fans im Wechselbad der Gefühle
Sechs Fans im Wechselbad der Gefühle
Enttäuschung und Begeisterung zog die Liechtensteiner bislang in den Bann. Einerseits herrschte Enttäuschung, dass ihre Lieblinge auf den Start im Viererbob verzichten mussten, andererseits sind sie...

Von Ernst Hasler, Whistler (Can)

Vor allem die Atmosphäre beschreiben die Liechtensteiner Besucher bislang als einzigartig. «Jeder Wettkampf hier ist speziell. Olympische Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Es ist zudem faszinierend wie die Kanadier mitleben und jeden anfeuern», gibt Luzia Dürr, die Mutter von Bobfahrer Thomas Dürr, ihre Eindrücke preis.

Dürr: «Erleichtert als er ausstieg»
Der Sturz im ersten Lauf des Zweierbobbewerbs ging Mutter Luzia Dürr an die Substanz. «Als Thomas aus dem Bob ausstieg war ich sehr erleichtert. So einen Sturz möchte ich nie mehr live miterleben müssen», gestand die Unterländerin, der dieser Umstand doch zu schaffen machte.

Vater Klingler und die Enttäuschung
Ähnlich beurteilt Hansruedi Klingler, der Vater von Pilot Michael Klingler, seine Eindrücke. «Im Vordergrund stand die Enttäuschung und der Sturz, der doch alles überschattet hat. Aufgrund der Trainingsergebnisse lag ein ordentlicher Rang in Reichweite», ist Hansruedi Klingler überzeugt. «Nach dem riesigen Aufwand und der Olympiaqualifikation fehlte letztlich das i-Pünktchen», bedauert Vater Klingler.

«Jeder Tag, ein Highlight»
Trotz des sportlichen Tiefschlags geniessen die Fans die Olympiatage in Whistler. «Wir hatten jeden Tag ein Fest und jeden Tag ein Higlight erlebt», erzählt Manfred Marxer. Beeindruckt hat ihn, als die Liechtensteiner in einem Restaurant dinierten und am TV-Apparat eine Kanadierin eine Goldmedaille überreicht erhielt. «Als die Hymne gespielt wurde, standen alle Gäste auf und sangen mit; unglaublich», so Marxer. Er traf beim Bobrennen zudem Fürst Albert von Monaco. «Obwohl wir keine Tickets für die Haupttribüne besassen, schafften wir es dorthin ... dank Pins», lächelt Manfred Marxer und ergänzt: «Und zu guter Letzt hat sich der Fürst geduckt, als unser Team am Start stand. Er gewährte uns auf diese Weise freien Blick.» Der Eschner ist vor allem von der Atmosphäre und der Gastfreundschaft der Kanadier begeistert.

Zwillingspaar jetzt im Pinfieber
Die Zwillingsgeschwister Martina Bergin (Mutter von Bobfahrer Jürgen Bergin) und Manfred Marxer zählen zudem zu den zahlreichen Pinsammlern der diesjährigen Spiele. «Nachdem ich zwei, drei Pins gewechselt hatte, hat es mich richtig gepackt», gestand Martina Berginz. Bruder Manfred Marxer fand dank der Sammlerei rascher Kontakte zu Leuten, mit denen er ansonsten nie und nimmer ins Gespräch gekommen wäre. Einem Koreaner konnte er einen einzigartigen «Indianer»-Pin abknöpfen. «Ich habe ihm nur den Liechtensteiner Pin gezeigt, da hat er nur noch gestöhnt ... och», schildert Manfred Marxer und hat er schon Angst, dass ihm die Liechtensteiner Pins ausgehen.
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